15. Etappe Refuge de l'Paliri - Conca
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Das war ein süffiger Abend mit einem coolen, gut gelaunten überaus sympathischen Gardien und allen GR20-Süd-Wanderern, die Münchner, der belgische Vater mit seiner Tochter, die "Fremdenlegion" wie wir sie nannten (3 Franzosen die immer schön brav hintereinander her stapften, und dabei ihre Mützen mit Sonnenschutzlappen hinten auf hatten, vermutlich von Quechua), der Franzose mit den beiden Kniebandagen, der immer aussieht, als würden seine Knie jeden Moment versagen, die megafitten Pompiers aus Lyon, zwei Feuerwehrmänner die immer die schnellsten waren und danach mal eben noch ne Runde klettern gingen und die beiden Lothringer, mit ihrem witzigen saarländischen Akzent. Mit allen haben wir zusammen zu Abend gegessen und dann haben sich noch ein paar Flaschen Rotwein zu uns gesellt. Das war sozusagen der Abschiedsabend, den die letzte Etappe, der Abstieg nach Conca steht uns bevor.
Nach einer ruhigen, allerdings auf Grund des Rotweines, recht schlafarmen Nacht, weckt uns der Morgen mit einem strahlend blauen Himmel. Nachdem wir ca. eine halbe Stunde unterwegs sind, können wir ein Reh im Wald beim Grasen beobachten. So sensibilisiert, überrascht uns die korsische Natur mit einem wieder einmal Atem raubenden Bild. Ein, wie eine Nadel steil herausragender Felsgipfel, wird sanft umsäumt von dicken grauen, fast bedrohlich wirkenden Wolken, die ganz langsam in das Tal einfallen, die Bäume und die Felsen vor und sind nur als Scherenschnitt zu erkennen und wie die Sahnehaube obendrauf, schneiden die Sonnenstrahlen scharf durch den makellosen kräftig blauen Himmel und beleuchten das gesamte Bild von oben.
Dieses und viele Bilder der selben Art werden mich, fest in mein Gedächtnis eingebrannt immer wieder an diesen unglaublichen Trip erinnern und sind auch ein Grund, warum ich diese Wanderung überhaupt erst gestartet habe.
Aber jetzt weiter nach unten, die Badegumpen warten.
Um 10:30 Uhr nach einem schnellen Abstieg, die Vorfreude auf die Badegumpen hat uns ordentlich vorangetrieben, erreichen wir die langersehnte Erfrischung. Schnell ausgezogen, die Hose lasse ich allerdings an, die hatte ich die letzten 15 Tage an, die enthält soviel Dreck und Staub, da könnten ein paar Geologen ganz schön aus dem Konzept kommen, wenn sie hier Proben nehmen würden, da würden plötzlich Dinge detektiert, die hier im Süden gar nicht vorkommen, springen wir ins kühle nass. Zu unserer Überraschung ist das Wasser wärmer als das im Donaueschinger Freibad, und zwar im Hochsommer. Das hat besser als jede "Douche chaud" der letzten zwei Wochen, vor allem wärmt die kräftige Sonne die nassen Sachen schneller als jeder noch so tolle Wäschetrockner. Jetzt kann der restliche Abstieg beginnen, der uns noch ca. zwei Stunden beschäftigen wird, ehe wir in Conca ankommen werden.
Das hätte unser Shuttle sein können, scheinbar wird auf Korsika aber anders gezählt, denn obwohl wir angemeldet waren, ist kein Platz mehr im Shuttle und wir müssen eine weitere Stunde warten, alle unseren neuen Freunde fahren mit dem Shuttle davon, wir müssen wohl noch zwei Pietra trinken und in diesem, leider langweiligen Dorf verweilen. Zum Glück sind die Belgier noch da und wir haben noch ein bisschen Unterhaltung. Dann eben um halb fünf.
Wir sind per Shuttle zum Camping de l'Oso angekommen, hier wohnt der Vater eines Freundes (danke Hoss!), wir haben unsere Zelte aufgeschlagen und sind uns die Hacken nach einem Restaurant abgelaufen, das uns empfohlene, hatte leider zu. Nun sind wir hier im Mixtura gelandet, einem chilligen Laden mit dem Motto:
"Melange de substances diverses: tapas, drinks, ...some music."
Klingt gut, oder? Wir bestellen und Salat und Pizza und zwar Grande!
Auf jedem Tisch liegen alte 45'er Singles, auf unserem:
Ghostbusters - von Ray Parker jr.
Na wenn das mal kein Zeichen ist! Ist schliesslich mein Lieblingsfilm.
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