2. Etappe GR 20, Corse, France

2. Etappe Refuge di Ortu Piobbu - Refuge de Carrozzu

 

bergwanderung

08.06.2012
9,1 km

3:48 h
761 m up / 999 m down


Die zweite Etappe führt zum ersten mal hoch auf 2.000m. Nach dreistündigem Anstieg, der dem berüchtigten Ruf des GR 20 mehr als gerecht wird, tut sich plötzlich ein Panorama auf welches seinesgleichen sucht, im Rücken sieht man bis zu Küste und kann das Mittelmeer sehen, vorne stürzen die korsischen Berge so abrupt ab, dass man sich festhalten mag, 600 m geht es fast senkrecht bergab um 100m weiter genau so steil wieder anzusteigen. Im Hintergrund die ersten schneebedeckten Gipfel. Diese Panorama raubt mir fast den Atem, unfassbar diese rauhe, wilde Schönheit der korsischen Berge. Das Panorama ergreift mich derart, dass ich fast vergesse was noch vor mir liegt. Es geht weiter steil bergauf bis auf 2.250m.


Der Wanderweg schleicht sich so wild durch das Gelände, dass man ihn kaum wahrnimmt. Diese "Wanderung" gleicht eher einer anstrengenden Bergtour. Kein Weg zu sehen, außer der rot/weißen Markierung, ständig frage ich mich, ob die korsischen Bergführer die Markierungen einfach völlig willkürlich aufgereiht auf einer dünnen Schnur durchs Gelände geworfen haben. Ich sehe die Markierungen, aber ich sehe keinen Weg. Doch irgendwie geht's immer und genau diese Passagen sind es, die diesen Weitwanderweg ausmachen. Von 2.250m geht es dann in geröllgefüllten Serpentinen so steil hinab, dass ich einmal ausgerutscht und gestürzt bin, dieses verdammte Geröll bietet überhaupt keinen Halt. Zum Glück ist der Sturz glimpflich verlaufen. Den aufgeregten Franzosen der über mir völlig erschrocken, ein lautes "Ca va?" in die Berge schrie konnte ich beruhigen. Nur ein paar Kratzer, das gehört dazu.

Nach knappen 1.000m steilem Abstieg komme ich entkräftet aber glücklich am Refuge de Carrozzu an. Es ist 14:00 Uhr, ich habe wieder genau die angezeigte Zeit (7h) gebraucht. Die Freude über die zeitige Ankunft und den somit frei wählbaren Zeltplatz währt nicht lange. Das schönste Plätzchen hab ich mir ausgesucht, schön schattig unter ein paar Bäumen, perfekt für ein kleines Nickerchen. Leider haben sich dieses schöne Plätzchen auch schon Milliarden von Ameisen ausgesucht ich schaffe es nicht einmal einen Hering einzuschlagen schon bin ich von oben bis unten bevölkert. Ich baue das Zelt trotzdem auf weil mir das Plätzchen so gut gefällt. Nach einer Stunde Kampf ziehe ich um, ein Sonnenplatz soll's diesmal werden. Allerdings sind hier "nur" Millionen von Ameisen, immerhin eine Verbesserung.

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